HALLia VENEZiA 2014 - 5D raw im Schulter-Testbetrieb

Veröffentlicht am So, 16.03.2014, 22:31 Uhr

HALLia VENEZiA 2014 - The venetian carnival in the historic city of Schwaebisch Hall
Vor drei Wochen war es wieder soweit. Das diesjährige HALLia VENEZiA, unser venezianischer Karnel in Schwäbisch Hall, bei dem ich schon vor zwei Jahren filmte, fand statt. Dieses Jahr habe ich mich entschieden, wieder ohne viel Vorbereitung ein paar Impressionen einzufangen und die Gelegenheit zu nutzen, um dokumentarisches Drehen mit der 5D in raw auszuprobieren. Durch unseren Kurzfilmdreh hatte ich sowieso leider keine Zeit, mehr zu planen.

Dabei machte ich allerdings einen Fehler. Zu spät – beim Sichten des Materials im Schnitt – realisierte ich, dass ich vergessen hatte, den Bildstabilisator an meinem 70-200 zu deaktivieren, welches ich hauptsächlich nutzte. Dadurch wurden viele Aufnahmen beschädigt. Aktiviert war er wohl noch vom letzten Foto-Einsatz.

HALLia VENEZiA 2014 - The venetian carnival in the historic city of Schwaebisch Hall
Das Problem dabei ist, dass der Bildstabilisator fürs Fotografieren optimiert und ausgelegt ist. D.h. er muss jeweils für den Teil einer Sekunde das Bild komplett stabil halten. Dazwischen zieht er dann immer wieder schnell nach. Für Video ist dies natürlich ungeeignet, da hier ein langsames nachziehen des Bildausschnittes zum Besänftigen des Bildes notwendig wäre. Ich wusste von dem Problem, doch bisher habe ich zu wenig mit meiner 5D gefilmt und bin dabei noch mehr das Arbeiten mit der NEX-5N gewöhnt, die keine Stabilisierung anbietet, zumindest nicht mit den großen Alpha Objektiven. Daraus habe ich nun aber gelernt.

Hier also das Video, das trotz der Probleme in der Stabilisierung zeigt, dass die 1080p raw von der 5D ein viel größeres Potential bietet, als die Aufnahme in H264. Es wäre noch mehr möglich, allerdings habe ich für den Schnitt und die Farbabstimmung wegen anderen Projekten wenig Zeit gehabt. Nächstes Jahr werde ich versuchen mehr Zeit in die Dokumentation zu stecken, die ich schon länger im Hinterkopf habe …

Obwohl ich jedoch die Qualität durch 5D raw liebe, hasse ich es, mit der 5D zu filmen. Das liegt for allem an dem schlechten Bildschirm und der Software, die es schwer macht damit zu fokusieren. Mit den Hilfen durch Magic lantern wird es besser, jedoch lies sich mit der NEX-5N viel besser arbeiten, obwohl der Bildschirm kleiner ist. Sie bietet dafür eine gute Kantenhervorhebung zum Fokusieren, welche zuverlässiger und deutlicher den Fokus zeigt. Die Bedienung im allgemeinen ist natürlich bei beiden unangenehm und gerade auch im Rig-Betrieb ist eben zum Starten ohne zusätzlichen Auslöser immer ein umständliches Umgreifen nötig. Hoffentlich wird zumindest das Monitoring mit Firmware 1.2.3 besser, für die derzeit Magic Lantern angepasst wird.

HALLia VENEZiA 2014 - The venetian carnival in the historic city of Schwaebisch Hall
Das andere ist, dass man bei raw immer mit Frame drops, also dem Auslassen von Frames durch zu langsame Schreibgeschwindigkeit rechnen muss. Obwohl ich nur in 24p mit 1920×1038, also (DCI Flat / 1,85:1 Seitenverhältnis) drehte, was im Vergleich zu 1920×1080 bei 30p natürlich moderatere Datenraten liefert, hatte ich Probleme mit den Komputerbay 128GB 1050x Compact Flash Karten. Bisher hatte ich mit den vorhandenen keine Probleme und hatte mir nun nochmals zwei dazu bestellt, um im dokumentarischen Einsatz mehr Platz zu haben. Allerdings hatte ich, nach dem erfolgreichen Füllen der ersten Karte (einer alten) mit einer der neuen dann häufiger verlorene Frames. Mit den alten gab es danach auch vereinzelte Drops, aber mit den neuen waren diese ständig present.

Die Blende behielt ich auf einer 8, um mir das Fokusieren zu erleichtern. Leider kommt man beim Bedienen der 5D doch gerne mal an die Blendensteuerung, daher gab es leichte Variationen. Belichtungszeit 1/50, genaue Belichtung dann über meinen Genus Eclipse Fader ND. Zur Orientierung diente mir dann das Histogram von Magic Lantern welches sich gut verwenden lies. Einige Bilder vielen dann erstmal recht dunkel aus im Color Grading, da ich auch immer darauf achtete, nicht zu viel überzubelichten. Viele Kostüme und Masken enthielten helle und reflektierende Teile und waren daher kritisch in der Belichtung.

Wiedereinmal zeigte mir dieses kleine Projekt, wie gut es sich doch generell von der Schulter arbeiten lässt, wie jedoch DSLRs umständlich und unbequem in der Nutzung sind, besonders in einem nicht voll aufgerüsteten Rig. Ich hoffe, dass in Zukunft vor allem im Niedrigbudgetbereich die Ergonomie und der Workflow verbessert werden.

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